Koi füttern nach Wassertemperatur: der Futterplan durchs Jahr
- Rubrik
- Koi & Teichbewohner
- Veröffentlicht am
- 24. Apr. 2026
- Lesezeit
- 6 Min. Lesezeit
Koi haben keinen Magen, sondern einen langen Darm, dessen Arbeitstempo an der Wassertemperatur hängt. Deshalb ist die wichtigste Futterregel keine Mengenangabe, sondern ein Thermometer. Wer nach Kalender statt nach Wassertemperatur füttert, überlastet die Verdauung im Frühjahr und lässt die Tiere im Herbst ohne Reserven in den Winter gehen.
Futterplan nach Temperatur: die Stufen
Unter 8 Grad wird gar nicht gefüttert, der Stoffwechsel ruht. Zwischen 8 und 12 Grad gibt es leicht verdauliches Futter auf Weizenkeimbasis, zwei- bis dreimal pro Woche. Von 12 bis 18 Grad steigern Sie auf eine Tagesration mit mittlerem Proteingehalt. Erst über 18 Grad vertragen Koi energiereiches Wachstumsfutter mit 35 bis 40 Prozent Protein, verteilt auf drei bis vier kleine Portionen am Tag.
Futtermenge bemessen: die Fünf-Minuten-Regel
Geben Sie nur, was der Bestand in fünf Minuten restlos aufnimmt. Was danach noch treibt, war zu viel und wird zur Nitritquelle. Bei trübem Wetter, fallendem Luftdruck oder nach Wasserwechseln fressen Koi spürbar weniger; die Menge folgt dem Appetit, nie umgekehrt.
Gefüttert wird das Wasser immer mit. Jede Flocke, die kein Fisch frisst, landet als Belastung im Filter.
Herbstfütterung: Reserven statt Rekorde
Ab September zählt Substanz:
- bei fallenden Temperaturen schrittweise auf Weizenkeimfutter umstellen;
- Vitaminzusätze in den letzten warmen Wochen anbieten;
- unter 10 Grad die Frequenz halbieren, unter 8 Grad beenden;
- Reste konsequent abkeschern.
Gut konditionierte Koi verlieren über den Winter kaum sichtbar Masse. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung, etwa bei Tieren, die trotz warmen Wassers die Nahrung verweigern: das gehört in tierärztliche Hände.