Teichbiotop fördern: Libellen, Molche und sichere Ufer
- Rubrik
- Natur & Wasserökologie
- Veröffentlicht am
- 12. Mai 2026
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Ein Teich wird nicht durch Besatz lebendig, sondern durch Angebote. Libellen, Molche, Wasserläufer und Vögel finden jedes neue Gewässer erstaunlich schnell von selbst, wenn drei Dinge stimmen: flache Zugänge, dichte Strukturen und der Verzicht auf ständiges Aufräumen. Tiere auszusetzen ist dagegen unnötig und bei Amphibien sogar verboten.
Flachzonen anlegen: der Einstieg entscheidet
Eine Uferzone von null auf 20 Zentimeter Tiefe auf mindestens einem Viertel des Umfangs ist die wichtigste Einzelmaßnahme. Hier laichen Molche, hier trinken Igel und Vögel gefahrlos, hier klettern Libellenlarven zum Schlupf an Halmen empor. Ein steilwandiger Teich lässt sich mit einer eingehängten, bepflanzten Kiesmatte nachrüsten, die Ausstiegshilfe zugleich für hineingefallene Tiere ist.
Strukturen schaffen: Unordnung mit System
Ein Totholzstück halb im Wasser, ein Steinhaufen am Nordufer, ungemähte Wiesenstreifen bis zur Kante: solche Übergänge sind Wohnraum. Binsen und Schwertlilien liefern die senkrechten Halme, die Libellen für die Eiablage brauchen, und im Herbst bleiben sie als Winterquartier stehen.
Das beste Werkzeug am Naturteich ist der Gartenstuhl. Wer sitzt und schaut, greift seltener ein, und genau davon lebt das Biotop.
Störungen vermeiden
Was dem Biotop mehr hilft als jede Maßnahme:
- keine Fische im reinen Amphibienteich, sie fressen Laich und Larven;
- Pflanzenschnitt nur im Spätherbst, gestaffelt über zwei Jahre;
- kein Licht direkt am Wasser, es verwirrt Insekten;
- Laubnetz erst ab Oktober, damit Libellen die Saison beenden.
Im zweiten Jahr stellen sich die ersten Molche ein, im dritten patrouillieren Libellen ihr Revier, und wer ein kleines Beobachtungsjournal führt, sieht die Artenliste jedes Jahr wachsen. Das Biotop entsteht nebenher, während der Gartenstuhl seine Arbeit tut.